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Die kontinuierlichen Fortschritte in Sprachtechnologie (LT) und Künstlicher Intelligenz (KI) schaffen neue Möglichkeiten, den freien Informationsfluss über Sprachen und Grenzen hinweg zu unterstützen und den wirtschaftlichen und kulturellen Grundstein für den europäischen digitalen Binnenmarkt zu legen. Nach der EU-Charta (Art. 22) und dem Vertrag über die Europäische Union (Art. 3 (3) EUV) sind alle 24 EU-Amtssprachen gleichberechtigt und werden gleichrangig gefördert. Dennoch sind Hilfsmittel und Ressourcen für Minderheitensprachen wie Maltesisch oft spärlich oder gar nicht vorhanden, was zu einer stetig wachsenden LT-Kluft zwischen Sprachen mit vielen und Sprachen mit wenigen Ressourcen führt. Im schlimmsten Fall kann dies zum digitalen Aussterben von Minderheitensprachen führen.

Laut dem im Jahr 2019 veröffentlichten Dokument "Malta, The Ultimate AI Launchpad, A Strategy and Vision for Artificial Intelligence in Malta 2030" ist das Niveau der technologischen Unterstützung für Maltesisch im Vergleich zu anderen europäischen Sprachen extrem niedrig. Infolgedessen ist Englisch zur "Standardsprache für die meisten technischen Geräte in Malta geworden, weil in dieser Sprache mehr Ressourcen zur Verfügung stehen und sie einfacher zu benutzen sind"1.

Das am 1. Januar 2021 gestartete HORIZON 2020-Projekt “LT-Bridge” " soll dieser Entwicklung entgegenwirken: Mit seinem Fokus auf die maltesische Forschungsgemeinschaft ist das Projektziel von LT Bridge die Einbindung der KI-Abteilung und des Instituts für Computerlinguistik der Universität von Malta (UM) in die europäische Forschungsgemeinschaft im Bereich der KI-basierten Sprachtechnologien. Genauer gesagt zielt das Projekt darauf ab, die Forschungs- und Innovationskapazitäten der UM sowie ihr Ansehen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu stärken und ein Exzellenzzentrum auf europäischem Niveau zu schaffen, das in der Lage ist, die Technologielücke der Malteser zu verringern oder sogar zu schließen.

Das Projekt wird von der Universität Malta koordiniert und von zwei führenden europäischen Forschungsorganisationen unterstützt, dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) und dem ADAPT Centre der Dublin City University (DCU). Weitere Informationen über das Projekt finden Sie hier: https://cordis.europa.eu/project/id/952194/de.

 

1Quelle: Malta, The Ultimate AI Launchpad, A Strategy and Vision for Artificial Intelligence in Malta 2030, veröffentlicht im Oktober 2019 (https://malta.ai/wp-content/uploads/2019/11/Malta_The_Ultimate_AI_Launc…, S. 48)